Netzwerkadministration mit Windows PowerShell

Für vielfältige Verwaltungsaufgaben in Windows-Netzwerken kann die Windows PowerShell eingesetzt werden. Es empfiehlt sich, die aktuelle PowerGUI, die einen komfortablen Skript Editor für die Powershell bietet, zu installieren. Die Powershell klinkt sich nahtlos in die Windowsumgebung ein und stellt über Snap-Ins den Zugriff auf das Active Directory von Windows Server 2008 R2 zur Verfügung

Mit diesen Zusatzmodulen kann die komplette Benutzer- und Sicherheitsverwaltung über Skripte geregelt werden, so dass große Usermengen in einem Rutsch automatisch in das Active Directory eingepflegt werden können.

Diese Option bietet gerade in großen Netzwerken eine erhebliche Erleichterung für die Einrichtung von Benutzern. Dazu gehören:

  • Anlegen von Organisatorischen Einheiten
  • Anlegen von globalen und lokalen Gruppen
  • Anlage von Benutzern in der Datenbank mit allen notwendigen Eigenschaften (z. B. Name, Vorname, e-mail-Adresse)
  • Hinzufügen von Benutzern zu den entsprechenden globalen Gruppen
  • Erstellung der Homeverzeichnisse für die User
  • Vergabe der Rechte für die Homeverzeichnisse

Überblick LDAP

Light Weight Directory Access Protocol ist ein internationaler Standard für die Verwaltung von Usern. Das erste Netzwerkbetriebssystem, das seine User nach LDAP verwaltet hat, war Novell Netware mit der NDS (Netware Directory Services). Auch die User in Microsofts ADS (Active Directory Servcies) sind inzwischen nach diesem Standard anlegt.

Das System ist dabei denkbar einfach: Ein User ist innerhalb einer Organisatorischen Einheit auf einem Domänen Controller angelegt. Beispielsweise haben wir den Benutzer Wolfgang Mahn innerhalb der Organisatorischen Einheit Geschaeftsleitung auf dem Domänencontroller Creativ.Local angelegt. Im internationalen Verzeichnisdienst LDAP sieht dass so aus:

CN=Wolfgang Mahn;OU=Geschaeftsleitung;DC=Creativ;DC=Local

Dabei stehen:

  • CN für Common Name
  • OU für Organizational Unit
  • DC für Domaincontext

Vorüberlegungen

Um die User möglichst einfach anlegen zu können, sollte vorher überlegt werden, welche Eigenschaften die User haben. Dazu gehören:

  • Name
  • Vorname
  • Anmeldename
  • Mitgliedschaft in einer Organisatorischen Einheiten (OU)
  • Mitgliedschaft in den globalen Gruppen

Aus dem Organigramm der Creativ GmbH kann die folgende Übersicht entwickelt werden, die die Mitgliedschaft der User in den Organisatorischen Einheiten (OU) und globalen Gruppen veranschaulicht:

Name      Vorname   Anmeldename HauptOU              UnterOU          Globale Gruppe1        Globale Gruppe2 Globale Gruppe3
Mahn      Wolfgang  Mahn        Geschaeftsleitung                     Geschaeftsleitung.G    Personal.G
Schneider Helga     Schneider   Geschaeftsleitung                     Personal.G
Zet       Anne      Zet         Geschaeftsleitung                     Personal.G
Lemmon    Sabine    Lemmon      Auftragsbearbeitung                   Auftrag.G              Management.G
Mall      Tom       Mall        Auftragsbearbeitung                   Auftrag.G
Schmidt   Peter     Schmidt     Auftragsbearbeitung                   Auftrag.G
Wolz      Werner    Wolz        ServiceUndSupport                     NetzwerkUndWerkstatt   Support.G       Management.G
Peters    Claus     Peters      ServiceUndSupport    NetzwerkUWerkstatt      Support.G
Uhland    Bernd     Uhland      ServiceUndSupport    NetzwerkUWerkstatt      Support.G
Inner     Hans      Inner       ServiceUndSupport    MultiMedia       Support.G              Multimedia.G
Klein     Holger    Klein       SoftwareUndTraining                   Software.G             Management.G            Training.G
Fling     Elena     Fling       SoftwareUndTraining                   Software.G
Orfner    Dieter    Orfner      SoftwareUndTraining                   Software.G
Werner    Inge      Werner      SoftwareUndTraining                   Software.G             Training.G

Man kann in großen Netzwerken diese Daten direkt aus der Personaldatenbank gewinnen, um damit die User in die ADS einzupflegen. Dies wird im Punkt 3.8 erläutert.